Samstag, 14. Januar 2017

Einfädeln Pfaff Select 3.2 - Schlaufen auf der Stoffunterseite - Stoff klemmt fest

 ... gleich vorab, es lag nicht an der Fadenspannung von Ober- oder Unterfaden 😊

Die neue Maschine war schnell aufgestellt, Spule fix mit Garn gespult... ich freute mich, alles war schick. Nach dem Einfädeln nach Anleitung bemerkte ich ein Garnverhalten, was ich nicht kannte. Einerseits ging das Garn schwer, obwohl ich die Fadenspannung für den Oberfaden auf 5 - wie voreingestellt - beließ, andererseits hatte ich nach ein paar Stichen Schlaufen und Knoten auf der Unterseite, was ja uneigentlich bedeutet, dass die Oberfadenspannung zu locker ist.


Aber selbst mit auf 8 eingestellter Oberfadenspannung änderte sich dieses Nahtbild auf der Rückseite nicht, der Stoff ließ sich nach Ende der Naht auch nur schwer aus dem Transportsystem lösen, klemmte fest. Ich probierte alles aus. Nadelwechsel, Garnwechsel, Spannungswechsel. Zig Mal fädelte ich wieder ein, weil dachte, dass ich irgend etwas falsch machen müsse. War aber nicht so.... es wird ja immer gesagt, dass das Problem vor der neuen Maschine sitzt... was ja oft mangels Erfahrung mit der neuen Maschine stimmt. Fakt ist, dass ich zwei Tage mit Suchen und Lesen im Netz verbrachte, und dann, kurz vor dem Aufgeben, weil dachte, dass ich zu blöde sei, die mir fehlende Information im Nähforum >>> Hobbyschneiderin24 fand. Die einfach formulierte Lösung findet sich am Ende des zweiseitigen Threads.  Ein großes Dankeschön für die Lösung meines Themas. 

Wenn der Faden eingefädelt wird, muss er durch die Fadenführung A, dann durch den Fadenführungshaken B (Bild 1). Der nächste Schritt ist lt. Anleitung: "Führen Sie das Garn durch den linken Einfädelschlitz C nach unten." Da sitzt der Kasus Knacktus... nämlich die Spannungsscheiben. Wenn man sich diesen Einfädelschlitz von oben (Bild 2) anschaut, sieht man in der Mitte so etwas wie eine glänzende Trennscheibe. Der Faden muss links davon durch diesen Einfädelschlitz C (Bild 3) geführt werden (steht nicht in der Anleitung!!!). Aber es ist nicht mit einem einfachen Faden durch den Schlitz ziehen getan. Ich muss den Faden oben und unten mit beiden Händen festhalten, stramm ziehen und dann quasi von Oben-Hinten nach Unten-Hinten rein- und durchziehen, dann landet der Faden tatsächlich zwischen den Spannungsscheiben. So wie ich einfädelte, landete der Faden immer nur auf den Spannungsscheiben... da kann man natürlich die Oberfadenspannung einstellen wie man will, sie greift nicht, weil der Faden sich nicht zwischen den Spannungsscheiben befindet. 

Und es fehlt noch eine sehr sehr wichtige Information in der Anleitung. Grundsätzlich muss der Nähfuß beim Einfädeln in den Einfädelschlitz C hochgestellt (Bild 4) sein, weil die beiden Spannungsscheiben, durch die der Faden durch muss, bei gesenktem Nähfuß geschlossen sind, weshalb bei gesenktem Nähfuß (Bild 5) der Faden sich lediglich nur a u f! die Spannungsscheiben legt, und nicht dazwischen. 

Noch einmal aufgelistet:

  1. Zu Beginn des Einfädelns den Nähfuß oben lassen, weil bei gesenktem Nähfuß die Spannungsscheiben geschlossen sind. Also den Fuß erst dann senken, wenn man den Faden direkt in die Nadel einführen möchte
  2. Den Faden nach Einfädeln in die Fadenführung A und den Fadenführungshaken B wie oben beschrieben in den Einfädelschlitz C einfädeln, damit er genau zwischen den Spannungsscheiben landet

Bild 1 mit der Spule, oben auf der Spule sitzt die Garnrollensicherung. Man sieht auch, dass der Faden durch die Fadenführung A und den Fadenführungshaken B geführt ist. 



Bild 2 Wenn man von oben auf den Einfädelschlitz C schaut, sieht man in der Mitte des Schlitzes eine Metallscheibe, der Faden muss links davon durch den Einfädelschlitz geführt werden, diese Information fehlt in der Bedienungsanleitung. Den Hinweis fand ich nach langer Suche bei YouTube. 




Bild 3 Hier der Einfädelschlitz C von vorne aufgenommen, ich habe die Aufnahme mit dem Handy gemacht, man kann gut erkennen, dass sich außer dieser Metallscheibe auch noch etwas anderes in diesem Schlitz befindet. Die Spannungsscheiben. Der Faden muss also links von der Metallscheibe stramm in den Einfädelschlitz geführt werden. Ich nehme den Faden mit den Fingern beider Hände, eine Hand oben, die andere unten. Dann den Faden recht stramm ziehen und von oben beginnend nach unten/hinten dort reinziehen, damit er von den Spannungsscheiben erfasst werden kann. 




Bild 4 Jetzt noch das 2. Thema, der Nähfuß. Ich hoffe, dass man den Unterschied erkennen kann. Auf diesem Bild ist der Nähfuß oben, die Metallscheibe in der Mitte steht leicht schräg, man kann auch die beiden Spannungsscheiben gut erkennen. So sind die Spannungsscheiben geöffnet, und der Faden kann dazwischen gleiten.




Bild 5 Der Nähfuß ist abgesenkt. Auf dieser Aufnahme sieht man, dass die Metallscheibe, die sich in der Mitte befindet, jetzt nicht mehr leicht schräg steht, sondern kerzengerade, beide Spannungsscheiben liegen fest an. So kann der Faden nicht dazwischen gleiten. 




Mammamia, ich habe zwei Tage geflucht, gesucht... geschimpft, aber ich wusste, dass ich alles richtig machte. Also musste es eine andere Ursache geben. Nun bin ich sehr erleichtert, mein Nähabenteuer kann beginnen. Ich fand mehrere Anfragen dieser Art im Netz, oft wurden die Fragenden belächelt, oder es wurde mangelnde Erfahrung nachgesagt. Moniert wurde auch, dass Jemand die Maschine bei einem Händler gekauft, sprich im Internet bestellt hatte. Was ich nicht sehr konstruktiv finde... es kann sich nicht jeder leisten, zu Beginn des Nähabenteuers eine supergute und superteure Nähmaschine in einem Fachgeschäft mit Beratungsleistung zu kaufen. Sicherlich ist Beratung sinnvoll, wenn ich mich mit dem Gedanken trage, für eine Maschine mehr als 1.000,-- Euro auszugeben. Ich musste mir auch anhören, dass ich mir eine Maschine gekauft habe, die eher zu den Maschinen von Pfaff gehört, die qualitativ definitiv zu wünschen übrig lassen (muss man sich mal vorstellen, solch eine Aussage von einem Pfaff-Fachgeschäft) 😖Da verzichte ich doch gerne auf das Fachgeschäft, gehe zu meinen Nähmaschinendoktor, der sämtliche Fabrikate repariert. Für mich ist Information in erster Linie eine Hol- und keine Bringschuld. In meinem Fall war es d a s Thema, ich bin dankbar für die Lösung. Danke für die Hilfe, die ich im Nähforum fand, und Danke an's www..... 

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